Über Entgeltgleichheit

Das Thema Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern gewinnt zunehmend an Bedeutung. Nicht nur auf internationaler Ebene hat eine intensive Diskussion über Strategien und Maßnahmen zur Verringerung des Entgeltabstands zwischen Frauen und Männern (Gender Pay Gap) eingesetzt. Auch in Deutschland wird das Ziel der Entgeltgleichheit mit Nachdruck verfolgt.

Seit dem Jahr 2006 wird die durchschnittliche (unbereinigte) Entgeltlücke auf der Grundlage einer neu konzipierten Definition und Methodik für die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union einmal pro Jahr veröffentlicht. Die Daten für Deutschland liefert das Statistische Bundesamt, das zuletzt für das Jahr 2013 einen Entgeltunterschied von 22 Prozent ermittelt hat. Damit hat sich im Vergleich zum Vorjahr praktisch keine Veränderung ergeben.

Im Zentrum der Diskussion stehen insbesondere die drei folgenden Ursachen:

  • Frauen fehlen in bestimmten Berufen und Branchen und sind auf höheren Stufen der Karriereleiter seltener vertreten
  • Frauen unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt häufiger und länger als Männer
  • Individuelle und kollektive Lohnverhandlungen haben die traditionell schlechtere Bewertung typischer Frauenberufe bislang nicht nachhaltig überwinden können

Diese Ursachen bilden die zentralen Ansatzpunkte für eine Strategie zur Überwindung der Entgeltungleichheit.

Bei der quantitativen Ermittlung der Entgeltungleichheit (mit Logib-D) werden die wichtigsten entlohnungsrelevanten Unterschiede berücksichtigt, soweit geeignete Daten vorliegen. Mit Hilfe der statistischen Regressionsanalyse, die auch Logib-D zugrunde liegt, können die wesentlichen Faktoren (zum Beispiel Ausbildungsabschlüsse, Dienstjahre, potenzielle Berufserfahrung und so weiter) erfasst und eine um diese Faktoren bereinigte Entgeltdifferenz berechnet werden. Zu beachten ist, dass diese bereinigte Entgeltlücke den "unerklärten Rest" der Entgeltdifferenz darstellt und nicht mit Diskriminierung gleichzusetzen ist.

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