Was ist Logib-D?

Die eingetragene Marke Logib-D steht für „Lohngleichheit im Betrieb – Deutschland“. Logib-D wendet sich an die betriebliche Praxis und hilft, betriebliche Lösungen für eine faire Entlohnung zu entwickeln. Personalverantwortliche können die Entgeltstrukturen ihres Unternehmens unter Geschlechtergesichtspunkten analysieren. Logib-D wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereitgestellt und in Zusammenarbeit mit namhaften Partnern aus der deutschen Wirtschaft umgesetzt. Das gesamte Angebot ist für die Unternehmen freiwillig und kostenfrei. Logib-D stellt eine wesentliche Fortentwicklung der Schweizer Ursprungsversion Logib (Logib-CH) dar, die vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann dem Bundesministerium freundlicherweise gratis zur Verfügung gestellt wurde.

Logib-D anwenden

Versionsgeschichte Logib-D (PDF, 13 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Schweizerische Eidgenossenschaft


Online-Anwendung

Logib-D hilft Personalverantwortlichen die Ursachen von Entgeltungleichheit zu identifizieren und betriebliche Lösungen für faire Bezahlung zu entwickeln. Mit der Online-Anwendung zu Logib-D können interessierte Unternehmen direkt auf der Internetseite ihre Daten hochladen und analysieren. Das so genannte Web-Tool verfügt über eine intuitive Nutzerführung, erlaubt eine detaillierte Erfassung der Daten und liefert umfangreiche Informationen zur geschlechtsspezifischen Entgeltungleichheit. Das Programm stellt anhand der eingegebenen Daten auf Knopfdruck innerhalb von wenigen Minuten einen umfassenden Bericht im pdf-Format zur Verfügung. Ein Beispieldatensatz steht bereit, um Anwendungsmöglichkeiten des Tools aufzuzeigen.

Mit Logib-D wird für das Unternehmen eine detaillierte Entgeltanalyse durchgeführt, die auf der Methode der statistischen Regressionsanalyse basiert. Logib-D berechnet den Entgeltunterschied von Frauen und Männern, der um personen- und arbeitsplatzbezogene Merkmale der Beschäftigten "bereinigt" ist. Dies bedeutet, dass der prozentuale Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern ermittelt wird, der sich bei gleicher Anzahl an Ausbildungs-, Dienstjahren und gleicher (potenzieller) Berufserfahrung sowie gleichem Anforderungsniveau und gleicher beruflicher Stellung ergeben würde. Zusätzliche detaillierte Auswertungen geben wertvolle Hinweise auf Ursachen möglicher Entgeltdifferenzen.

Im Unterschied zum Schweizer Modell, das eine Toleranzschwelle aufweist und das an das öffentliche Vergaberecht geknüpft ist, können Unternehmen in Deutschland ohne diese Einschränkungen freiwillig und anonym ihre Entgeltstrukturen analysieren.

Online-Anwendung

Logib-D steht auch als Excel-Tool zur Nutzung bereit. Nach dem Download des Excel-Tools können alle Analysen dezentral im Unternehmen vorgenommen werden. Durch eine ausführliche Schritt-für-Schritt Anleitung wird die Datenerfassung und -auswertung unterstützt. Ein ebenfalls bereit gestellter Beispieldatensatz zeigt Anwendungsmöglichkeiten auf.

Excel Version

Vergütungsberatung zu Logib-D

Bis Dezember 2013 wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für 200 interessierte Unternehmen kostenlos eine vertrauliche standardisierte Vergütungsberatung auf Basis von Logib-D zur Verfügung gestellt. Das Modellprojekt ist damit abgeschlossen; eine Weiterführung wird derzeit erarbeitet.

Die Ergebnisse der Vergütungsberatung gingen deutlich über die übrigen Auswertungsmöglichkeiten hinaus. Mit Hilfe von qualitativen und quantitativen Auswertungen wurde eine individuelle Beratungsdienstleistung erbracht.

Das Beratungspaket umfasste insbesondere die Unterstützung der Auswertungen mit Logib-D durch eine Unternehmensberatung. Diese Vergütungsberatung stellte weitere detaillierte Auswertungen und Ergebnisse bereit, die über das Informationsangebot von Logib-D hinausgingen.

Zu den Leistungen der Vergütungsberatung gehörten:    

  • ein Analysetool mit einer deutlich erweiterten Analysebreite und -tiefe gegenüber Logib-D,
  • ein telefonischer Support inklusive Unterstützung bei der Datenaufnahme und der Qualitätssicherung der Entgeltdaten,
  • die Erstellung eines umfassenden schriftlichen Standardberichts unter Berücksichtigung weiterführender Analysen,
  • ein Analyse- und Auswertungsworkshop im Unternehmen zu den Handlungsfeldern und möglichen Maßnahmen im Kontext der Lohn- und Gehaltsgleichheit von Frauen und Männern.

Beratung